18.02.2017

So gelingt der Wiedereinstieg

PT-Magazin für Wirtschaft und Gesellschaft vom 15.02.2017

So gelingt der Wiedereinstieg

Anspruchsvolle Aufgaben im Job, kombiniert mit flexiblen Arbeitszeiten, das finden Wiedereinsteigerinnen in der Wirtschaft leider selten. Der Grund ist einfach. Frauen, die nach der Familienpause wieder arbeiten wollen, möchten meist möglichst flexibel sein, um Zeit für die Familie zu haben. Auf der anderen Seite stehen Chefs, die keine Ausfallzeiten tragen mögen, wenn etwa Kinder krank sind oder die Kita bestreikt wird.

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Akademie-Inhaberin Simone Stargardt gehört zu den Arbeitgebern, die Wiedereinsteigerinnen unterstützen. (Foto: Stargardt)

Wie viel Zeit will ich für meine Karriere aufbringen und wer kann mir helfen? Hier die wichtigsten Tipps für Frauen, die zurück in den Job wollen.

Simone Stargardt, Inhaberin einer Weiterbildungsakademie bei Stuttgart, schätzt es, wenn willige Wiedereinsteigerinnen einen klaren Plan haben: „Chefs sind oft genervt, wenn eine Mitarbeiterin morgens ein wichtiges Meeting aufgeregt absagt, weil sie zuhause beim kranken Kind bleiben muss“, sagt die Betriebswirtin. Könne dagegen eine Bewerberin im Vorstellungsgespräch erläutern, wann sich wer um den Nachwuchs kümmert, gibt das Arbeitgebern Sicherheit.
„Frauen brauchen Unterstützung, wenn sie zurück in den Job wollen“, findet Stargardt. Dabei sei der erste Schritt, Familie oder Kollegen für das Projekt Wiedereinstieg zu begeistern, die eigene Reflektion. Wenn sich Frau klar darüber ist, wie viel Zeit und Energie sie für den Beruf einsetzen will, kann sie ihrem Umfeld erklären, wo sie Hilfe braucht. Lautet der Wunsch zum Beispiel, drei Tage die Woche zu arbeiten, kann sie etwa Oma oder Freundin bitten, den Nachwuchs von der Kita abzuholen oder die Nachmittage zu organisieren. Plant sie dagegen, sich am Wochenende fortzubilden, kann der Mann die Kids samstags betreuen und ihnen Essen kochen. „Wichtig ist es, konkrete Aufgaben zu definieren, die erledigt werden müssen, wenn Mama sie nicht machen kann“, so die Personalexpertin. Gleiches gelte für Kollegen. Sind die informiert und ist im Vorfeld eine Vertretungsregelung vereinbart, ist ein erkranktes Kind aus Chef-Sicht kein Problem. Im Gegenteil. Mit einem klaren Wiedereinsteiger-Konzept und verbindlichen Aussagen einer Arbeitnehmerin sind immer mehr Arbeitgeber bereit, offene Stellen mit einer gut organisierten Mutter zu besetzen.
Frauen, die nach einer Familienpause wieder in den Beruf einsteigen wollen, sollten sich bewusstmachen, dass Ihr Wunsch nicht nur sie selbst betrifft. „Es ist wie in einem Business-Projekt, die Anzahl der Stakeholder, die mitreden, ist immer größer als eins“, so Stargardt. Die Akademie-Inhaberin rät deshalb zu einer frühzeitigen Kommunikation in die alle Betroffenen mit einbezogen werden.

Checkliste zum erfolgreichen Wiedereinstieg:

  • Klären Sie, wieviel Zeit Sie wofür einsetzen wollen: Familie, Job, Sport, …
  • Informieren Sie sich über Weiterbildungswege, um die Wissenslücke zu schließen, die durch eine Familienpause entsteht.
  • Planen Sie Tages-, Wochen- und Monatsabläufe. Wer macht in der Familie wann was.
  • Beziehen Sie frühzeitig Ihr Umfeld in die Pläne mit ein. Und suchen Sie Verbündete wie Großeltern, Geschwister oder Freunde, die helfen können.
  • Nehmen Sie Ihren persönlichen Businessplan gedanklich mit zum Bewerbungsgespräch. So strahlen Sie Sicherheit und Kompetenz aus.

 

 


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