Aktuelles vom 29.03.2022

Wie du die Pr├╝fungsvorbereitung perfekt planst und gestaltest

Der Leitfaden zur Pr├╝fungsvorbreitung.

Sich durch die Inhalte einer Weiterbildung zu arbeiten, ist die eine Sache. Den Stoff aber p├╝nktlich zur Abschlusspr├╝fung parat zu haben, eine ganz andere und deutlich schwierigere Aufgabe. Pl├Âtzlich tauchen tausend Fragen auf: Wie lerne ich am besten? Wie viel Zeit muss ich einplanen? Wie organisiere ich meine Lernphasen?

In diesem umfangreichen Leitfaden zur Pr├╝fungsvorbereitung erkl├Ąre ich dir genau, welche Aspekte du beachten musst. Mit diesem Wissen kannst du dir einen individuellen Plan erstellen, mit dem du deine n├Ąchste Pr├╝fung bestehen wirst.

Welche Elemente sollten in einer guten Pr├╝fungsvorbereitung zu finden sein?

Das Ziel der Pr├╝fungsvorbereitung ist klar: Du willst m├Âglichst reibungslos deine Pr├╝fung bestehen. Am Tag X m├╝ssen alle Inhalte perfekt im Kopf verankert sein. Du musst sie nicht nur verstanden haben, sondern auch abrufen und anwenden k├Ânnen.

Genau dieser Schritt ist die gro├če Herausforderung.

Um ihn erfolgreich zu meistern, reicht es nicht, deine Skripte einfach 1000-mal durchzulesen. Das mag auf den ersten Blick nach der effizientesten Methode aussehen ÔÇô schlie├člich musst du keine Karteikarten oder Zusammenfassungen schreiben.

Im Endeffekt dauert es aber viel l├Ąnger, die Inhalte wirklich im Kopf zu verankern ÔÇô falls es ├╝berhaupt klappt. Daher solltest du deine Pr├╝fungsvorbereitung abwechslungsreicher gestalten und auf unterschiedliche Lernformen setzen. Dazu geh├Âren:

Zusammenfassungen oder Mindmaps

Das erste Element der Pr├╝fungsvorbereitung sollten immer Zusammenfassungen sein ÔÇô welches Format du dabei nutzt, ist erstmal egal.

Entscheidend ist, dass du aus dem gro├čen Berg an Inhalten (Skripte und B├╝cher) einen ├╝berschaubaren H├╝gel machst (Zusammenfassungen).

Diese Zusammenfassungen sollten dir anschlie├čend als Lerngrundlage dienen. Wenn sich sp├Ąter noch Detailfragen ergeben, kannst du immer noch gezielt in deine Unterlagen und B├╝cher schauen.

In welchem Format lassen sich Zusammenfassungen erstellen?

In diesem Punkt sind deiner Fantasie keine Grenzen gesetzt. Ich pers├Ânlich nutze f├╝r den groben ├ťberblick gerne Mindmaps, weil sie mit einem Blick alle wichtigen Informationen liefern. Wenn es etwas detaillierter wird, helfen oft klassische schriftliche Zusammenfassungen ÔÇô erg├Ąnzt mit Grafiken.

Die wichtigste Anforderung sollte immer sein, dass du eine klare Struktur in deine Unterlagen bringst.

Unser Gehirn arbeitet gerne mit Verkn├╝pfungen. Du kannst deine Chance, die Pr├╝fung zu bestehen, relativ einfach steigern, indem du in Zusammenh├Ąngen denkst. Versuche m├Âglichst oft, neues Wissen mit altem Wissen zu verkn├╝pfen. Diese Bindungen bleiben l├Ąnger im Gehirn als ÔÇ×totesÔÇť Wissen, dass du dir einfach stupide eingetrichtert hast.

Mit Mindmaps kannst du dir sehr einfach einen ├ťberblick ├╝ber alle wichtigen Themen deiner Pr├╝fung verschaffen.

Karteikarten

Sie sind ein Klassiker der Pr├╝fungsvorbereitung, auf den niemand verzichten sollte. Dabei ist es egal, ob du Karten aus Papier nutzt oder eine der zahlreichen Apps verwendest (in diesem Video findest du eine sch├Âne ├ťbersicht der Karteikarten-Apps).

Der entscheidende Faktor ist, dass du auf individuelle Karteikarten setzt.

In jeder Weiterbildung gibt es eine Reihe von Begriffe, Definitionen oder Formeln, die du einfach auswendig k├Ânnen MUSST. Sie bilden die Grundlage daf├╝r, das Wissen sp├Ąter gezielt anzuwenden.

F├╝r diesen Anwendungsfall sind Karteikarten perfekt geeignet. Nat├╝rlich kannst du auch versuchen, dir alles auf anderen Wegen zu merken. Doch Karteikarten sind nicht ohne Grund seit langer Zeit ein fester Bestandteil der meisten Pr├╝fungsvorbereitungen.

Das Beste zum Schluss: Schon das Erstellen der Karteikarten ist eine Form des Lernens.

├ťbungsaufgaben

Immer nur lernen, lernen, lernen, aber nie anwenden, ist einer der gr├Â├čten Fehler w├Ąhrend der Pr├╝fungsvorbereitung. Es gibt viele gute Gr├╝nde, rechtzeitig ├ťbungsaufgaben in deine Vorbereitung einflie├čen zu lassen. Hier sind die wichtigsten:

  • ├ťbungsaufgaben bringen Abwechslung in lange Lernphasen und das sorgt f├╝r mehr Motivation.
  • Du bist gezwungen, dein Wissen anzuwenden. Sp├Ątestens dann wirst du feststellen, dass zwischen ÔÇ×VerstehenÔÇť und ÔÇ×Fragen beantworten k├ÂnnenÔÇť ein himmelweiter Unterschied besteht.
  • Du unterst├╝tzt dein Gehirn beim Lernen. Wenn du Wissen anwendest, bleibt es viel leichter im Kopf, als wenn du es nur auswendig lernst.
  • Du wirst rechtzeitig auf Schwachstellen aufmerksam, die du bis zur Abschlusspr├╝fung noch beheben kannst, um die Pr├╝fung bestehen zu k├Ânnen.

Woher die ├ťbungsaufgaben stammen, h├Ąngt ganz von deiner Weiterbildung und von dir selbst ab. Im einfachsten Fall stellst du dir eigene Fragen und suchst sp├Ąter die passende L├Âsung heraus. Dabei besch├Ąftigst du dich sehr intensiv mit den Inhalten, was deinen Lernprozess f├Ârdert. Allerdings l├Ąufst du Gefahr, dass dir eigene Fehler nicht auffallen.

Alternativ kannst du dich auf die Suche nach einer passenden Aufgabensammlung machen. Sie decken viele Inhalte ab und du bekommst die L├Âsungen gleich mitgeliefert. Au├čerdem erh├Ąltst du einen neuen Blickwinkel auf die Themen.

Aufgabensammlungen k├Ânnen sehr hilfreich sein, wenn du dich noch nicht an alte Pr├╝fungen setzen m├Âchtest. Vielleicht m├Âchtest du sie bis kurz vor der Abschlusspr├╝fung aufbewahren oder du f├╝hlst dich noch nicht fit genug daf├╝r.

Alte Pr├╝fungen

Wenn du dich durch eine Reihe von ├ťbungsaufgaben gearbeitet hast, wird es Zeit f├╝r den Ernstfall zu trainieren. Dann solltest du dir ein paar Pr├╝fungen aus den vergangenen Jahren besorgen und durcharbeiten ÔÇô lieber zu fr├╝h als zu sp├Ąt.

Selbst wenn du gut gelernt hast, wirst du mit Sicherheit ├╝ber ungewohnte Aufgaben, Formulierungen oder Anforderungen stolpern. W├Ąhrend der Pr├╝fungsvorbereitung ist das noch kein Problem. Mit der Zeit wirst du ein Gesp├╝r entwickeln, wie detailliert die Antworten sein m├╝ssen und wo die Schwerpunkte der Pr├╝fungen liegen.

Das hilft enorm, den umfangreichen Stoff weiter in ÔÇ×WichtigÔÇť und ÔÇ×Nicht so wichtigÔÇť zu gliedern.

Hinzu kommt der wichtige Faktor der Routine. Nachdem du eine Reihe von Pr├╝fungen durchgearbeitet hast, wirst du die n├Ąchsten Aufgaben viel sicherer angehen. Im besten Fall wirst du in der echten Pr├╝fung den Gro├čteil der Aufgabentypen sofort wiedererkennen.

Hinzu kommt ein Punkt, der gerne untersch├Ątzt wird: die Zeit. Wenn du alte Pr├╝fungen durcharbeitest, kannst du dich schon mal an den zeitlichen Rahmen der Pr├╝fung gew├Âhnen. Dann wirst du dir die Aufgaben in der Abschlusspr├╝fung viel besser einteilen und mit Sicherheit die Pr├╝fung bestehen.


In welche Phasen kannst du deine Pr├╝fungsvorbereitung einteilen?

Bevor wir zu der Frage kommen, wie lang deine Pr├╝fungsvorbereitung sein sollte, solltest du die gesamte Vorbereitung in kleinere Phase einteilen. Das erleichtert die Planung und hilft dir dabei, den ├ťberblick zu bewahren.

Du profitierst hier vom gleichen Effekt wie bei den Zusammenfassungen: Du machst aus einer gro├čen Herausforderung (die komplette Pr├╝fungsvorbereitung) eine Reihe von ├╝berschaubaren Aufgaben.

Diese Methode ist weit verbreitet, zum Beispiel im Zeitmanagement oder zur Motivationssteigerung.

Phase 0: Inhalte aneignen und verstehen

Dieser Teil ist die Voraussetzung f├╝r eine erfolgreiche Pr├╝fungsvorbereitung. Er stellt im Prinzip dein Seminar, deinen Online-Kurs oder das Lesen von Inhalten dar. Erst, wenn du alle Inhalte kennst und den Umfang der Lernphase absch├Ątzen kannst, wird deine Pr├╝fungsvorbereitung gelingen.

Am Ende der Phase 0 solltest du den gesamten Stoff grunds├Ątzlich verstanden haben. Es wird hier und da noch L├╝cken und Detailfragen geben ÔÇô das ist kein Problem. An dieser Stelle geht es erstmal um das Ger├╝st.

Phase 1: Planung und Vorbereitung

Wenn das inhaltliche Ger├╝st steht, wird es Zeit f├╝r die Planung.

Schreibe dir detailliert auf, wann du dich mit welchen Themen besch├Ąftigen willst und in welcher Form das Lernen stattfinden soll.

Dabei solltest du m├Âglichst alle Phasen einplanen, die ich dir gerade vorstelle.

Der zweite Faktor der Phase 1 ist die konkrete Vorbereitung der Inhalte. Mach eine kleine Inventur, in der du pr├╝fst, welche Zusammenfassungen, Karteikarten und ├ťbungsaufgaben dir noch fehlen. Anschlie├čend setzt du dich ran und erstellst oder besorgst dir alle Unterlagen, die du brauchst.

Am Ende dieser Phase solltest du alles parat haben, was f├╝r eine gute Pr├╝fungsvorbereitung notwendig ist: Karteikarten, Zusammenfassungen, Mindmaps, ├ťbungsaufgaben und so weiter. Mit dieser Grundlage kannst du dich voll und ganz auf das Lernen konzentrieren und wirst die Pr├╝fung bestehen.

Wie lange die Phase 1 dauern sollte, ist ganz schwer zu sagen. Der Zeitplan f├╝r die Pr├╝fungsvorbereitung ist sicherlich an einem halben Tag zu schaffen. Wie lange du aber f├╝r das Zusammenfassen aller Inhalte brauchst, h├Ąngt von vielen Faktoren ab: Wie umfangreich ist der Lernstoff?  Wie leicht oder schwer f├Ąllt dir das Zusammenfassen? Wie viele Karteikarten brauchst du?

Eine Faustregel kann ich dir mit auf den Weg geben: Zusammenfassungen dauern immer l├Ąnger als man vorher denkt.

Trello ist ein hilfreiches Tool, um Struktur in die Planung deiner Pr├╝fungsvorbereitung zu bringen.

Phase 2: Lernen und Anwenden aller Themengebiete

Wenn du dir alle Infos zurechtgelegt hast, geht es ans Eingemachte. Jetzt wird gelernt!

F├╝r den Beginn der Pr├╝fungsvorbereitung w├╝rde ich dir empfehlen, immer einen l├Ąngeren Block zu jedem Themengebiet zu machen: eine Woche Unternehmensf├╝hrung, danach eine Woche Rechnungswesen und so weiter.

Wenn du schon am Anfang zu sehr zwischen den Themen springst, verlierst du schnell den ├ťberblick.

Sobald du die einzelnen Themengebieten verinnerlicht hast, wird es dir deutlich leichter fallen, Verkn├╝pfungen zwischen den Bereichen zu ziehen.

Wieder stellt sich die Frage, wie lange diese Phase dauern sollte. Leider gibt es wieder keine allgemeine Antwort daf├╝r. Nach meiner Erfahrung funktioniert die Regel ÔÇ×1 Woche = 1 ThemengebietÔÇť recht gut. Wenn du zu lange in einem Bereich bleibst, geht irgendwann die Erinnerung an die anderen Themen verloren.

Phase 3: ├ťben, ├╝ben, ├╝ben.

Wenn du dich in den einzelnen Themenbereichen sicher f├╝hlst, wird es Zeit, die Inhalte zu kombinieren und das Wissen anzuwenden. Du solltest also einerseits weiter auswendig lernen und parallel dazu in die ├ťbungsaufgaben einsteigen.

Dabei empfiehlt es sich, den Anteil der Anwendungsaufgaben schrittweise zu steigern, je n├Ąher du an den Pr├╝fungstermin kommst.

Welche ├ťbungsaufgaben du w├Ąhlst, bleibt dir ├╝berlassen. Wenn du noch ausreichend Zeit hast, kann es hilfreich sein, erst allgemeine ├ťbungsaufgaben zu machen und anschlie├čend die reale Pr├╝fungssituation mit alten Pr├╝fungen zu simulieren. Bist du etwas sp├Ąt dran, kann es sich lohnen, direkt mit alten Pr├╝fungen zu beginnen.

Diese wichtige Phase deiner Pr├╝fungsvorbereitung sollte unbedingt einige Wochen dauern. Auch wenn es eine vergleichsweise kleine Klausur ist, empfiehlt es sich, ausreichend Zeit zu blocken. Bei umfangreichen Pr├╝fungen k├Ânnen das auch mal einige Monate werden.

Am Ende der dritten Phase solltest du bereit sein, um die Pr├╝fung zu bestehen:

  • Du hast dir das notwendige Wissen angeeignet und es gefestigt.
  • Du hast m├Âglichst viele ├ťbungsaufgaben bearbeitet und f├╝hlst dich sicher dabei.
  • Du hast alte Pr├╝fungen bearbeitet und ein Gesp├╝r f├╝r L├Ąnge, Anforderungen und Schwerpunkte deiner Abschlusspr├╝fung bekommen.

Phase 4: Puffer f├╝r Notf├Ąlle

Egal, wie detailliert du deine Pr├╝fungsvorbereitung planst, es kann und wird immer etwas dazwischenkommen: eine Familienfeier, eine Erk├Ąltung oder einfach fehlende Motivation.

Daher solltest du mindestens 1 bis 2 Wochen Puffer einplanen, damit du am Ende nicht in Zeitnot ger├Ątst.

Falls du den Puffer nicht brauchst, super! Dann kannst du die freie Zeit nutzen, um dir noch etwas Routine f├╝r die Pr├╝fung anzueignen. Au├čerdem kannst du etwas Luft holen, bevor der gro├če Tag kommt.

An manchen Tagen l├Ąuft es einfach nicht rund mit dem Lernen. F├╝r solche F├Ąlle solltest du ausreichend Puffer eingeplant haben.

Phase 5: Ruhe vor der Pr├╝fung

Die letzte Phase deiner Pr├╝fungsvorbereitung ist ziemlich kurz ÔÇô genau einen Tag lang. Am Tag vor der Abschlusspr├╝fung solltest du dich m├Âglichst nicht mehr mit Lernen besch├Ąftigen. G├Ânne deinem Kopf und deinem K├Ârper eine Mini-Auszeit, damit du am n├Ąchsten Tag 100 Prozent geben kannst, um die Pr├╝fung zu bestehen.

Und denk dran: Geh rechtzeitig schlafen, damit du am Pr├╝fungstag fit bist.


Die wichtigsten Anhaltspunkte, wie lange deine Pr├╝fungsvorbereitung dauern sollte

Wie gern w├╝rde ich dir exakt sagen, wie viele Wochen und Tage deine Pr├╝fungsvorbereitung dauern mussÔÇŽ Dann k├Ânntest du einfach diesen Artikel lesen und w├╝rdest problemlos deine Pr├╝fung bestehen.

Leider geht das nicht!

Die L├Ąnge der Vorbereitung h├Ąngt von zu vielen pers├Ânlichen Faktoren ab: F├╝r welche Pr├╝fung lernst du? Wie gut hast du die Themen schon verstanden? Wie viel Zeit kannst du pro Woche in das Lernen investieren?

Damit du m├Âglichst einfach einen individuellen Plan erstellen kannst, m├Âchte ich dir ein paar Anhaltspunkte nennen, an denen du dich orientieren kannst. Je nachdem, ob sie zutreffen oder nicht, sollte deine Pr├╝fungsvorbereitung l├Ąnger oder k├╝rzer ausfallen.

Faktor 1: Wie neu ist der Stoff f├╝r dich?

Das mag auf den ersten Blick offensichtlich erscheinen, ist aber enorm wichtig. Wenn du neue Themen lernst, die auf altem Wissen aufbauen, hat das einen gro├čen Vorteil f├╝r dich.

Unser Gehirn mag Verkn├╝pfungen, sodass du dir das Wissen viel besser einpr├Ągen kannst.

Wenn du dich in ein komplett neues Thema einarbeiten musst, solltest du auch deutlich mehr Zeit f├╝r die Pr├╝fungsvorbereitung einplanen. Selbst wenn du die neuen Inhalte leicht verstanden hast; das Einpr├Ągen und Anwenden ist eine ganz andere Sache.

Faktor 2: Wie gut war deine Vorbereitung bisher?

Sp├Ątestens nach der Phase 1 (Planung und Vorbereitung) solltest du dich fragen, wie gut deine Planung wirklich war. Sind wirklich alle (!) Karteikarten geschrieben? Wie gro├č ist die Gefahr, dass du dich doch noch mit neuen Details auseinandersetzen musst?

Stell dir diese Fragen und beantworte sie ganz ehrlich. Wenn du dir zwischendurch ein ganz neues Thema aneignen musst, geht schnell eine Woche Lernzeit verloren.

Faktor 3: Musst du mehr auswendig lernen oder mehr anwenden?

Es gibt manche Klausuren ÔÇô gerade Studenten k├Ânnen ein Lied davon singen ÔÇô in denen nur stumpfes Auswendiglernen angesagt ist. Keine Anwendung, nur Wiederholung.

Auf der anderen Seite gibt es Pr├╝fungen ÔÇô zum Beispiel die IHK-Pr├╝fungen ÔÇô bei denen es vor allem auf die Anwendung des Wissens ankommt, um die Pr├╝fung zu bestehen.

Beide Varianten haben gro├čen Einfluss auf die Dauer deiner Pr├╝fungsvorbereitung.

Nur auswendig lernen ist zwar nervig, geht aber meist etwas schneller als zig ├ťbungsaufgaben durchzurechnen. Daf├╝r solltest du ein paar mehr Pausen einplanen, damit die Informationen sich im Gehirn festigen k├Ânnen.

ÔÇ×Auswendiglern-Pr├╝fungenÔÇť erfordern grunds├Ątzlich etwas weniger Zeit als Pr├╝fungen, bei denen du viel anwenden musst.

Wichtige Ausnahme: Dir liegt auswendig lernen ├╝berhaupt nicht.

Bei Pr├╝fungen, die vor allem Anwendung erfordern, muss viel Zeit f├╝r ├ťbungsaufgaben eingeplant werden. Dort ist es am besten, immer und immer wieder, Aufgaben zu bearbeiten. Das kostet Zeit. Au├čerdem kann immer mal wieder ein Verst├Ąndnisproblem auftauchen, das sich f├╝r dich partout nicht l├Âsen l├Ąsst. Auch das raubt dir wertvolle Stunden oder Tage.

Nimm dir also, wenn m├Âglich, ein bis zwei Wochen zus├Ątzlich, in denen du ausschlie├člich ├ťbungsaufgaben durcharbeitest.

Faktor 4: Wie viel Zeit hast du w├Âchentlich zur Verf├╝gung?

Dieser Aspekt ist der Hauptgrund, warum ich dir nur wenige konkrete Zahlen nennen kann. Ich wei├č nicht, wie lange du am Tag bzw. in der Woche lernen kannst. Manche k├Ânnen den ganzen Tag lernen, andere m├╝ssen es neben Arbeit und Kind irgendwie in den Kalender quetschen.

Stell dir schon w├Ąhrend der Planung die Frage, wann du wirklich zum Lernen kommst. Beachte dabei auch, dass Pausen unverzichtbar sind, um sich alles zu merken.

Setze dir einen Zeitrahmen, den du w├Âchentlich zum Lernen reservieren m├Âchtest.

Wichtig: Baue auch hier einen Puffer ein! Wenn du 10 Stunden lernen willst, blocke vorsorglich 12 Stunden im Kalender. Denn es kann immer ÔÇô und wird ÔÇô etwas dazwischenkommen.

Wenn du viel um die Ohren hast, ist es ├╝brigens hilfreich, in den Randstunden des Tages zu lernen. Da sind die St├Ârfaktoren meistens noch nicht so ausgepr├Ągt.

Tipp: Suche dir feste Anhaltspunkte f├╝r die Einteilung des Stoffes

Abzusch├Ątzen, wie lange man f├╝r die Pr├╝fungsvorbereitung braucht, ist gar nicht so einfach. Versuche es deshalb so mathematisch wie m├Âglich zu machen und suche dir konkrete Kennzahlen. Das k├Ânnen Seitenzahlen sein, die Anzahl der Karteikarten oder die Menge an ├ťbungsaufgaben, die du schaffen willst.

Dann probierst du aus, wie lange du f├╝r einen kleinen Teil davon brauchst, zum Beispiel: 20 Minuten f├╝r 10 Karteikarten oder 1,5 Stunden, um eine Zusammenfassung zu lernen. Mit diesen Infos rechnest du auf den gesamten Lernstoff hoch, baust noch einen Puffer von ca. 20% ein und schon hast du die perfekte L├Ąnge f├╝r deine Pr├╝fungsvorbereitung.


Gute Gr├╝nde, warum du lieber etwas fr├╝her anfangen solltest

Wenn du zur Gruppe der ÔÇ×Ich fange fr├╝hestens eine Woche vor der Pr├╝fung an zu lernenÔÇť-Studierenden geh├Ârst, dann ist dieser Abschnitt perfekt f├╝r dich. Ich m├Âchte dir vier gute Gr├╝nde nennen, warum du lieber etwas fr├╝her mit der Pr├╝fungsvorbereitung anfangen solltest.

Du entwickelst eine Routine

Wenn du rechtzeitig und regelm├Ą├čig lernst, profitierst du gleich doppelt. Einerseits wird das Lernen zur Routine, sodass es dir auf Dauer leichter fallen wird, dich an die Arbeit zu machen. Andererseits wirst du irgendwann die meisten Aufgabentypen kennen und kannst in der Abschlusspr├╝fung nicht mehr ├╝berrascht werden.

Doch das dauert seine Zeit: Forscher haben herausgefunden, dass es im Schnitt 66 Tage dauert, um eine neues Verhalten zur Routine zu machen. Also fang lieber rechtzeitig an zu lernen.

Das Wissen landet im Langzeitged├Ąchtnis

Damit unser Gehirn die unz├Ąhligen Eindr├╝cke verarbeiten kann, mit denen wir tagt├Ąglich konfrontiert werden, ist es ein Meister im Aussortieren. Es landet zwar relativ viel im Kurzzeitged├Ąchtnis, doch nur ein Teil davon gelangt bis ins Langzeitged├Ąchtnis. Dort ist n├Ąmlich nicht genug Platz.

Das Verschieben ins Langzeitged├Ąchtnis und das Festigen der Informationen nennt man Konsolidierung. Daf├╝r braucht es erstens regelm├Ą├čige Wiederholungen und zweitens ÔÇô wie sollte es anders sein ÔÇô Zeit.

Wenn du dir den Pr├╝fungsstoff also wirklich fest einpr├Ągen willst, brauchst du ausreichend Zeit daf├╝r.

So kann man sich die Konsolidierung im Gehirn vereinfacht vorstellen: Gelerntes Wissen bleibt erstmal im Kurzzeitged├Ąchtnis, wird durch Wiederholung und Schlaf in das Langzeitged├Ąchtnis verschoben. Das ist die perfekte Basis f├╝r neue Lerninhalte.

Wer fr├╝her anf├Ąngt, schl├Ąft h├Ąufiger

Das mag erstmal komisch klingen, doch Schlaf ist einer der wichtigsten Faktoren beim Lernen. W├Ąhrend der Nacht bekommt das Gehirn genug Ruhe, um die Eindr├╝cke des Tages zu verarbeiten. Schlafen wir nicht genug, geht viel Wissen wieder verloren, weil das Gehirn es nicht abspeichern kann.

Wenn du erst ein paar Tage vor der Pr├╝fung anf├Ąngst zu lernen, wirst du mit Sicherheit zu wenig Schlaf bekommen und das Wissen wird nicht lange im Gehirn bleiben. Wie willst du dann die Pr├╝fung bestehen?

Du kannst den Spacing-Effekt nutzen

Der Spacing-Effekt ist ein Ph├Ąnomen, das schon vor vielen Jahrzehnten entdeckt wurde. Es besagt, dass man sich Inhalte besser merken kann, wenn man sie nicht nur regelm├Ą├čig wiederholt, sondern auch die Pausen zwischen den Lerneinheiten immer gr├Â├čer werden l├Ąsst.

Damit meine ich nicht, die Pausen von einer Viertelstunde auf zwei Stunden zu erh├Âhen. Es geht darum, erst einzelne Tage und sp├Ąter sogar ein bis zwei Wochen zu warten, bevor man ein Thema erneut wiederholt.

Dir wird einleuchten, dass das mit einer allzu kurzen Pr├╝fungsvorbereitung nicht m├Âglich ist.


Fazit: Pr├╝fungsvorbereitung braucht Zeit, Planung und Flei├č

Die Pr├╝fungsvorbereitung ist ein komplexes Thema und eine der gr├Â├čten Herausforderungen der Weiterbildung. Ich hoffe, dass du mit meinem Leitfaden ein bisschen Struktur in das Lernen bekommst und zielgerichtet planen kannst.

Nimm dir genug Zeit f├╝r die Planung! Das wird sich am Ende auszahlen.

Zum Abschluss m├Âchte ich noch einen Tipp wiederholen, den man nicht oft genug h├Âren kann:

Fange lieber etwas fr├╝her an!

Es werden Tage kommen, an denen es nicht l├Ąuft und die dich viel Zeit kosten. Darauf solltest du vorbereitet sein. Au├čerdem entzerrt eine l├Ąngere Lernphase die Pr├╝fungsvorbereitung ein wenig. So bist du auch am Tag der Pr├╝fung noch entspannt.

Unsere Hotline f├╝r Sie: