Aktuelles vom 16.08.2022

Schnell lernen: 10 Tipps, wenn kurz vor der PrĂŒfung die Zeit knapp wird

So lernst Du Inhalte möglichst schnell.

In der Theorie ist erfolgreiches Lernen gar nicht so kompliziert: Du brauchst „nur“ eine gute Planung, die richtigen Lernmethoden und vor allem ausreichend Zeit bis zur PrĂŒfung.

Doch was kannst du machen, wenn die Zeit zum Lernen am Ende etwas knapp wird? Wie kann man besonders schnell lernen?

Denn ehrlich gesagt, kann immer etwas dazwischenkommen: mehr Stress im Job, eine ErkÀltung oder einfach eine etwas zu optimistische Planung. Um es auf den Punkt zu bringen: optimal ist die Situation dann nicht mehr, aber du solltest trotzdem versuchen, das Maximum aus der restlichen Zeit herauszuholen.

Mit ein paar einfachen Tricks kannst du deine Lernleistung auch unter Zeitdruck deutlich erhöhen. Die 10 besten Tipp, um möglichst viele Inhalte möglichst schnell lernen zu können, zeige ich dir jetzt.

Tipp 1: Nutze den Spacing-Effekt als Planungsgrundlage

Wer kurz vor der PrĂŒfung noch jede Menge Stoff lernen muss, braucht eine einfache Lernmethode, die sich sofort umsetzen lĂ€sst. Kein Ausprobieren, kein langfristiger Lerneffekt. Der Stoff muss sitzen – und zwar schnell.

Perfekt geeignet fĂŒr diesen Anwendungsfall ist das sogenannte Spacing. Diesen Lerneffekt kannst du ganz einfach in deine Lernplanung einbauen und gleichzeitig besonders schnell lernen.

Der Spacing-Effekt sagt aus, dass du beim Wiederholen von Inhalten schrittweise die AbstĂ€nde zwischen den Lerneinheiten vergrĂ¶ĂŸern solltest. So behĂ€ltst du das Wissen am besten im Kopf und kannst es auch am PrĂŒfungstag noch abrufen.

Ein kleines Beispiel: Du musst Formeln fĂŒr das Rechnungswesen auswendig lernen. Also startest du eine Lerneinheit und prĂ€gst dir alles ein. Am nĂ€chsten Tag – also mit einem kurzen Zeitabstand – wiederholst du das Gelernte. Die dritte Lerneinheit ist dann nicht am dritten Tag, sondern beispielsweise erst am vierten Tag. Bis zur fĂŒnften Wiederholung lĂ€sst du noch mehr Pause.

Das zentrale Merkmal: Die AbstĂ€nde zwischen den einzelnen Wiederholungen werden immer grĂ¶ĂŸer. Wie lang die Pausen konkret sind, hĂ€ngt davon ab, wie viel Zeit du noch zur VerfĂŒgung hast.

So nutzt du das Spacing-Prinzip in der Praxis

Zuerst schreibst du dir auf, wie viele Lerneinheiten dir bis zur PrĂŒfung bleiben und wie viele Themenblöcke du in dieser Zeit lernen willst. Denke daran, dass du unmittelbar vor der PrĂŒfung etwas Puffer (mindestens ein paar Tage) einplanst, falls etwas dazwischenkommt und um den Kopf nochmal freizukriegen.

Nehmen wir mal an, dir bleiben 6 Themenblöcke fĂŒr 24 Lerneinheiten (siehe Tipp 2). Das bedeutet, du hast pro Themenbereich 4 Lerneinheiten zur VerfĂŒgung.

Erstelle dir nun einen Lernplan und verteile die 6 Themen auf alle 24 Lerneinheiten. Wie oben beschrieben, lÀsst du anfangs wenig Abstand zwischen den Wiederholungen, spÀter mehr. Nach diesem Muster verteilst du alle Themen auf die vorhandene Zeit.

Wahrscheinlich wirst du ein bisschen ausprobieren mĂŒssen, bis die Verteilung passt. Aber der Aufwand lohnt sich. Am Ende hast du einen genauen Fahrplan bis zur PrĂŒfung. So kannst du nicht nur besonders schnell lernen, sondern schaffst dir zusĂ€tzlich etwas mehr Verbindlichkeit und inneren Druck, dich wirklich an den Stoff zu setzen.

Tipp 2: Verteile deine Lernblöcke geschickt ĂŒber den ganzen Tag

Wer in kurzer Zeit viel lernen muss, neigt zu Hau-Ruck-Aktionen wie 8-Stunden-Lernsessions oder die ganze Nacht durchlernen. Das Problem dabei: Unser Gehirn ist gar nicht darauf ausgelegt, sich so lange am StĂŒck zu konzentrieren.

Rund 6 Stunden am Tag kannst Du effektiv lernen, danach wird wenig hÀngenbleiben.

Damit du trotzdem auf eine hohe Stundenzahl zum Lernen kommst, solltest du deine Lerneinheiten geschickt auf den Tag verteilen: morgens direkt nach dem Aufstehen und abends sollte je eine Einheit gesetzt sein. Wenn möglich, kannst du auch mittags noch ein bis zwei Stunden lernen. Das hĂ€ngt natĂŒrlich davon ab, wann du arbeiten musst.

Mit dieser Methode verschaffst du dir gleich mehrere Vorteile:

  • Du hĂ€ltst automatisch Pausen ein und lernst nicht zu lange am StĂŒck.
  • Morgens und abends ist es oft ruhiger, sodass du konzentriert lernen kannst.
  • Wenn du abends nach der Lerneinheit ins Bett gehst, festigt sich das Wissen automatisch im Schlaf.

Tipp 3: Zwinge dich, Ordnung zu halten

Was? Du musst gefĂŒhlt tausend Inhalte in den Kopf bekommen und nebenbei auch noch aufrĂ€umen? Was ist das denn fĂŒr ein komischer Tipp? Nun, ein ernst gemeinter. Lass es mich erklĂ€ren:

FĂŒr das Lernen ist es natĂŒrlich egal, ob deine KĂŒche sauber ist. Ob dein Schreibtisch ordentlich ist, kann hingegen einen großen Unterschied machen.

Wenn du alle Unterlagen, Stifte, Zettel und so weiter griffbereit hast, kannst du dich voll und ganz aufs Lernen konzentrieren. Musst du hingegen stÀndig etwas suchen, wirst du immer wieder aus der Konzentration gerissen.

Auch das Anfangen wird dir deutlich leichter fallen, wenn du auf einen sauberen, ordentlichen Schreibtisch blickst. Ein chaotischer Haufen aus Papier, BĂŒchern und Stiften sieht einfach nicht einladend und motivierend aus.

Kurzum: Nimm dir nach einer Lerneinheit etwas Zeit und sortiere deine Unterlagen. Diesen „Zeitverlust“ hast du innerhalb kĂŒrzester Zeit wieder aufgeholt.

Tipp 4: Finde ein gutes VerhÀltnis zwischen Lernen und Anwenden

Fordere deinen Kopf auch – und gerade – kurz vor der PrĂŒfung auf unterschiedliche Arten: mal auswendig lernen, mal Textaufgaben, mal Rechenaufgaben. Mit dieser Abwechslung zwingst du dein Gehirn, sich aktiv mit den Inhalten auseinanderzusetzen und vermeidest stures Pauken. So bleibt der Stoff garantiert besser und schneller hĂ€ngen.

Außerdem kommt auch hier die Motivation ins Spiel. Jeden Tag morgens und abends stumpf auswendig lernen, macht einfach keinen Spaß. Mit etwas Abwechslung sieht die Welt schon deutlich besser aus.

Tipp 5: Nutze die Belohnungs-To-Do-Liste

Dieser kleine Trick kann dir helfen, auch an anstrengenden Tagen die Motivation aufrecht zu halten. Wenn du deine To-Do-Liste schreibst, ergĂ€nze zu jeder Aufgabe eine passende Belohnung. Das kann beispielsweise eine SĂŒĂŸigkeit sein (nicht ĂŒbertreiben, siehe Tipp 6), eine Folge deiner Lieblingsserie oder eine halbe Stunde mit der Familie.

Dabei gilt: Je hĂ€rter die Aufgabe, desto grĂ¶ĂŸer die Belohnung. Eine Viertelstunde lernen rechtfertigt noch keine Stunde Seriengucken.

Auf diese Weise schaffst du dir fĂŒr jede Aufgabe einen zusĂ€tzlichen Anreiz. Wenn der innere Antrieb mal nicht ausreicht, bleibt dir immer noch deine Belohnung als Motivation.

Tipp 6: Gönn dir ausreichend Pausen und Bewegung

Wer schnell lernen will und seinen Kopf intensiv beansprucht, braucht viel Regeneration. Das heißt konkret: genĂŒgend Lernpausen, etwas Bewegung und möglichst gesundes Essen.

Sowohl die Pausen als auch die Bewegung haben einen ganz wichtigen Effekt: Das Gehirn kann die Ruhe nutzen, um das Gelernte zu verarbeiten und Platz fĂŒr neue Inhalte zu schaffen. Der „Arbeitsspeicher“ wird freigemacht, das Wissen wird ins LangzeitgedĂ€chtnis verschoben. Anschließend kannst du mit neuem Schwung weiterlernen.

In dem verlinkten Video  (Klick auf das Bild) siehst du sehr schön, warum Bewegung auch in der PrĂŒfungsvorbereitung unverzichtbar ist. (Screenshot: tagesschau.de)

Bleibt noch der dritte Faktor fĂŒr geistige Fitness: gesundes Essen. Ich will dir auf keinen Fall den Schokoriegel als Belohnung ausreden (ganz im Gegenteil, siehe Tipp 5). Ich möchte dich nur davor warnen, dich ausschließlich von Schokolade, Weingummi und Co zu ernĂ€hren. Das ist keine gute Idee, ich spreche aus Erfahrung...

Zwar wird der Zucker dir einen kurzen Kick geben und wahrscheinlich auch deine Motivation etwas steigern, aber ĂŒber ein paar Wochen ungesund zu essen, ist einfach nicht effektiv. Du wirst trĂ€ger, deine Konzentration wird nachlassen und du wirst unzufrieden sein, weil deine Lernleistung nicht mehr stimmt.

Gönn dir also nur gelegentlich eine kleine SĂŒnde. Nach der PrĂŒfung kannst du es krachen lassen.

Tipp 7: Höre auf deinen Körper, wenn er nach einer Pause verlangt

Nur ein fitter Kopf kann effektiv lernen, das haben wir schon in einigen anderen Tipps gesehen. Damit das gelingen kann, solltest du genau auf deinen Körper hören. Einfach formuliert: Wenn du mĂŒde bist, gönn dir eine kurze Pause oder sogar ein kleines Nickerchen.

Weiter zu lernen, obwohl dir fast die Augen zufallen, bringt nichts. Da bleibt sowieso nichts hÀngen.

Tipp 8: Lass dich nicht zu sehr ablenken

Kurz vor der PrĂŒfung geht es in den Lernforen, Facebook-Gruppen und sonstigen ChatrĂ€umen hoch her. Es werden viele Fragen gestellt, Vermutungen ĂŒber die PrĂŒfungsfragen verbreitet oder einfach mal dem Lernfrust etwas Luft gemacht.

Das kann sehr hilfreich sein und das Wir-GefĂŒhl stĂ€rken.

Allerdings hat auch diese Medaille eine zweite Seite: Gerade, wenn du dich aktiv beteiligst, besteht die Gefahr, dass du viel zu lange vor dem PC sitzt und stÀndig checkst, ob jemand auf deine Nachricht geantwortet hat.

Setze dir lieber feste Zeiten, an denen du durch die Foren streifst. Vielleicht als Belohnung fĂŒr eine Aufgabe? So kannst du von der UnterstĂŒtzung durch Gleichgesinnte profitieren, ohne dass du allzu viel Zeit verlierst.

Tipp 9: Mach dir ab und zu deine Ziele klar

Eine der grĂ¶ĂŸten Herausforderung, wenn man in kurzer Zeit viel und schnell lernen muss, ist die Motivation. Jeden Tag lernen und Inhalte wiederholen, kann ziemlich ermĂŒdend sein. Damit du nicht stĂ€ndig auf SĂŒĂŸigkeiten oder andere Belohnungen zurĂŒckgreifen musst, solltest du dir gelegentlich deine Ziele klarmachen.

Beantworte dir kurz die Frage: Warum habe ich mich zur PrĂŒfung angemeldet?

Die GrĂŒnde können vielfĂ€ltig sein: die Chance auf einen neuen Job, eine Gehaltserhöhung oder einfach das Interesse an den Themen der Weiterbildung.

Wenn du dir diese Ziele hin und wieder vor Augen fĂŒhrst, holst du dir ganz einfach eine Extraportion Motivation.

Tipp 10: Bleib locker!

In kurzer Zeit viel lernen bedeutet immer ein gewisses Risiko zu scheitern. Schließlich reden wir hier von einem Notfallplan; im Idealfall hĂ€ttest du schon frĂŒher anfangen sollen. „HĂ€tte, wĂ€re, wenn“ bringt dich aber nicht weiter.

Also gilt: Konzentriert arbeiten, das Beste aus der Situation machen und so effektiv und schnell lernen wie möglich.

Wenn du dir stĂ€ndig den Kopf zerbrichst, ob du die PrĂŒfung bestehst und was alles schiefgehen kann, blockiert dich das nur. Versuche, so locker wie möglich zu bleiben und konzentriert zu lernen. Damit wĂ€hlst du automatisch den besten Weg, um die Gefahr des Scheiterns zu minimieren.

Fazit: Man kann in kurzer Zeit viel erreichen

In der perfekten Welt brĂ€uchtest du all diese Tipps nicht. Du hĂ€ttest dir einen genauen Lernplan gemacht, wĂ€rst jeden Tag motiviert und wĂŒrdest dir die Inhalte in Ruhe einprĂ€gen.

Tja, leider sieht die RealitÀt oft anders aus.

Und wenn es soweit ist, hilft kein Jammern, sondern nur Fokus und geschicktes Lernen. Wie das schnelle Lernen funktioniert, habe ich dir gerade Schritt fĂŒr Schritt erklĂ€rt. Mit diesen Tipps kannst du deine Ziele erreichen, auch wenn die Vorbereitung bisher nicht ganz optimal verlaufen ist.

Ich drĂŒcke dir die Daumen fĂŒr die PrĂŒfungsvorbereitung!

Unsere Hotline fĂŒr Sie: