Aktuelles vom 15.12.2017

So gelingt der Wiedereinstieg

Anspruchsvolle Aufgaben im Job, kombiniert mit flexiblen Arbeitszeiten, das finden Wiedereinsteigerinnen in der Wirtschaft leider selten. Der Grund ist einfach. Frauen, die nach der Familienpause wieder arbeiten wollen, m├Âchten meist m├Âglichst flexibel sein, um Zeit f├╝r die Familie zu haben. Auf der anderen Seite stehen Chefs, die keine Ausfallzeiten tragen m├Âgen, wenn etwa Kinder krank sind oder die Kita bestreikt wird.

Wie viel Zeit will ich f├╝r meine Karriere aufbringen und wer kann mir helfen? Hier die wichtigsten Tipps f├╝r Frauen, die zur├╝ck in den Job wollen.

Simone Stargardt, Inhaberin einer Weiterbildungsakademie bei Stuttgart, sch├Ątzt es, wenn willige Wiedereinsteigerinnen einen klaren Plan haben: ÔÇ×Chefs sind oft genervt, wenn eine Mitarbeiterin morgens ein wichtiges Meeting aufgeregt absagt, weil sie zuhause beim kranken Kind bleiben mussÔÇť, sagt die Betriebswirtin. K├Ânne dagegen eine Bewerberin im Vorstellungsgespr├Ąch erl├Ąutern, wann sich wer um den Nachwuchs k├╝mmert, gibt das Arbeitgebern Sicherheit.
ÔÇ×Frauen brauchen Unterst├╝tzung, wenn sie zur├╝ck in den Job wollenÔÇť, findet Stargardt. Dabei sei der erste Schritt, Familie oder Kollegen f├╝r das Projekt Wiedereinstieg zu begeistern, die eigene Reflektion. Wenn sich Frau klar dar├╝ber ist, wie viel Zeit und Energie sie f├╝r den Beruf einsetzen will, kann sie ihrem Umfeld erkl├Ąren, wo sie Hilfe braucht. Lautet der Wunsch zum Beispiel, drei Tage die Woche zu arbeiten, kann sie etwa Oma oder Freundin bitten, den Nachwuchs von der Kita abzuholen oder die Nachmittage zu organisieren. Plant sie dagegen, sich am Wochenende fortzubilden, kann der Mann die Kids samstags betreuen und ihnen Essen kochen. ÔÇ×Wichtig ist es, konkrete Aufgaben zu definieren, die erledigt werden m├╝ssen, wenn Mama sie nicht machen kannÔÇť, so die Personalexpertin. Gleiches gelte f├╝r Kollegen. Sind die informiert und ist im Vorfeld eine Vertretungsregelung vereinbart, ist ein erkranktes Kind aus Chef-Sicht kein Problem. Im Gegenteil. Mit einem klaren Wiedereinsteiger-Konzept und verbindlichen Aussagen einer Arbeitnehmerin sind immer mehr Arbeitgeber bereit, offene Stellen mit einer gut organisierten Mutter zu besetzen.
Frauen, die nach einer Familienpause wieder in den Beruf einsteigen wollen, sollten sich bewusstmachen, dass Ihr Wunsch nicht nur sie selbst betrifft. ÔÇ×Es ist wie in einem Business-Projekt, die Anzahl der Stakeholder, die mitreden, ist immer gr├Â├čer als einsÔÇť, so Stargardt. Die Akademie-Inhaberin r├Ąt deshalb zu einer fr├╝hzeitigen Kommunikation in die alle Betroffenen mit einbezogen werden.
 
Checkliste zum erfolgreichen Wiedereinstieg:

  • Kl├Ąren Sie, wieviel Zeit Sie wof├╝r einsetzen wollen: Familie, Job, Sport, ÔÇŽ
  • Informieren Sie sich ├╝ber Weiterbildungswege, um die Wissensl├╝cke zu schlie├čen, die durch eine Familienpause entsteht.
  • Planen Sie Tages-, Wochen- und Monatsabl├Ąufe. Wer macht in der Familie wann was.
  • Beziehen Sie fr├╝hzeitig Ihr Umfeld in die Pl├Ąne mit ein. Und suchen Sie Verb├╝ndete wie Gro├čeltern, Geschwister oder Freunde, die helfen k├Ânnen.
  • Nehmen Sie Ihren pers├Ânlichen Businessplan gedanklich mit zum Bewerbungsgespr├Ąch. So strahlen Sie Sicherheit und Kompetenz aus.
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